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Mangelhafte Eigenwerbung im Internet

Auf Portalen wie Xing sind 90 Prozent der Selbstdarstellungen unzureichend, sagt ein Experte. Das muss nicht sein.

Fingernagelkleine Fotos sind das Erste, was Xing von seinen Mitgliedern präsentiert. Die Minifläche verkleinert das Bild, das von einem Menschen entsteht. Wer die Bildergalerie ansieht, etwa wenn neue Kontakte grüßen, macht sich häufig nicht bewusst, was die Fotos auslösen.

Aber unterschwellig sind die Menschen bereits auf den ersten Blick interessant oder werden gedanklich in eine Schublade gesteckt: Der Personalberater etwa sieht wie ein Bubi aus, dem man kein Standing und keine Aufträge zutraut. Die Blonde mit der weißen Jacke auf weißem Grund wirkt wie eine "Tussi", die man nicht als Kollegin möchte.

Der Spruch "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" - im Web 2.0 bekommt er eine neue Bedeutung. Die Wirkung der eigenen Foto-präsenz wird dabei oft unterschätzt. Unverständlich in einer Zeit, in der sich Karriere und Bewerbung zunehmend ins Internet verlagern. Experten warnen indes oft nur vor fotografischen Belegen der letzten studentischen Saufgelage bei StudiVZ oder anderen Indizien für eine eher lockere Lebenskultur. Dabei sind sie die Ausnahme, scheinbar "normale" Fotos bei Xing gehören dagegen zur alltäglichen Präsenz von Angestellten, gerade in der besonders im Web präsenten Internet- und Onlinemarketing-Szene. Xing hat sich längst zur zentralen Suchplattform für Personalberater entwickelt, sagen etwa Jürgen Bremer von der Personalberatung Bremerblum sowie Marc Emde von KCP Executives. In der IT-Branche macht gerade Linked-In Boden wett: Viele IT-Fachkräfte berichten von einer gestiegenen Zahl an Jobangeboten.

Doch egal, ob Xing, Linked-In oder auch Stayfriends.de: Das Problem der Selbstdarstellung ist portalübergreifend, obwohl sich bereits mit wenigen Mitteln viel erreichen ließe. Manche Fotos sind optisch in Ordnung, aber in einer viel zu schlechten Auflösung hochgeladen. Das hat in der Regel zur Folge, dass Details auf dem kleinen Bild nicht mehr erkennbar sind. "Ein mögliches Indiz sind die Zähne", erläutert Xing-Experte Joachim Rumohr. Die Auflösung lässt sich allerdings mithilfe eines Bildbearbeitungsprogrammen mit wenigen Handgriffen ändern.

Auch Hintergründe ließen sich leicht optimieren. Bei Xing finden sich etliche schlimme Tapeten und Kacheln sowie andere Farb- und Mustersünden. Sogar bei Fotos, die Fotografen aufgenommen haben. Das liegt meist daran, dass sich Fotografen nicht in der digitalen Welt wiederfinden und sich Fotos nach wie vor überwiegend auf einer Bewerbungsmappe vorstellen. Doch die Bildschirmseite ist kein Papier. Auf der viel kleineren Fläche ist ein heller Background ohne Muster optimal. Die Kleidung sollte dunkel sein, einen Kontrast dazu bilden.

Schwieriger ist die Optimierung des Porträts selbst, die in manchen Fällen bereits mit einer Stil- und Modeberatung beginnen sollte. Am Anfang stehen Fragen, die sich jeder selbst stellen kann: Wie will ich wirken? Welche Kleidung passt dazu? Und nicht zuletzt: Was ist in Branche und Position üblich? So präsentieren sich Programmierer und Vertriebler zu Recht meist unterschiedlich. Der "Fachmann" neigt dazu, die Bedeutung des Stylings zu unterschätzen. Der "Verkäufer" dagegen bevorzugt Fotos mit viel Körpereinsatz und wenig Gesicht - Relikte aus der Papierwelt, in der man sich mit Riesenporträts auf Deckblättern bewarb. In der digitalen Miniaturwelt jedoch, in der die ersten (Blick-)Kontakte über das Fingernagelfoto laufen, steht das Gesicht im Fokus. Und das sollte ein guter, digital erfahrener Fotograf in Szene setzen und nicht etwa die eigene Digitalkamera im Selbstversuch.

 
Hitliste der Sünden:

- Schlechtes Foto: handgemacht/zu grob gepixelt
- Lücken/Fehler im Lebenslauf (Profil)
- Peinliches Gästebuch (zum Beispiel: "Lass uns mal wieder saufen gehen")
- Die freigeschaltete Gruppenzugehörigkeit offenbart sämtliche persönlichen Vorlieben
- In Kontakte finden sich viele Versicherungsmakler (spricht für Freischalten ohne Überprüfung)
- Die eigenen Kontakte bewegen sich auf einer komplett anderen Hierarchie-Ebene
- Keine/sehr wenige Kontakte (Einzelkämpfer?)
- Der Lebenslauf beinhaltet auch Jobs, die man besser verschweigt
- Qualifikationen und Erfahrungen werden gar nicht oder nur oberflächlich thematisiert

 
Quelle: Internet World Business, 28. Aprils 2008, Svenja Hofert
 
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